Extreme Makroaufnahme einer Schwebfliege auf einer violetten Blüte. Die großen dunklen Facettenaugen und feinen Härchen am Körper sind deutlich zu erkennen, während der Hintergrund weich verschwimmt.

Eine andere Perspektive

Aus der Ferne war es einfach eine kleine Schwebfliege auf einer Blüte.

Durch das Makroobjektiv sah sie plötzlich aus wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Diese riesigen Facettenaugen, die feinen Härchen auf ihrem Körper und all die Details, die für meine Augen viel zu klein sind, veränderten völlig, wie ich sie wahrnahm.

Ich finde es faszinierend, wie fremd etwas Vertrautes plötzlich wirken kann, wenn man es nur aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Eine Libelle fliegt frontal auf die Kamera zu. Kopf und Körper sind scharf abgebildet, während die schnell schlagenden Flügel Bewegungsunschärfe zeigen. Der Hintergrund ist gleichmäßig grün und weich verschwommen.

In Bewegung

Libellen machen es einem als Fotografin selten leicht.

Sie sind schnell, ändern innerhalb eines Augenblicks ihre Richtung und sind meistens genau dort nicht mehr, wo man sie gerade erwartet hat. Eine von ihnen im Flug zu erwischen, wurde deshalb zu einer kleinen Herausforderung.

Für einen kurzen Moment passte alles zusammen. Die Libelle flog direkt auf mich zu, ihre Augen blieben scharf, während die schnelle Bewegung ihrer Flügel noch im Bild sichtbar wurde.

Eine Sekunde später war sie schon wieder aus meinem Bild verschwunden.

Aber dieses Mal war ich schnell genug.

Makroaufnahme einer grünen Heuschrecke, die hinter dem Rand eines Blattes hervorschaut und frontal in die Kamera blickt. Kopf und Augen sind scharf, während Körper, Blatt und dunkler Hintergrund weich verschwimmen.

Kuckuck!

Für einen Moment fühlte es sich an, als würden wir eine kleine Runde Verstecken spielen.

Diese kleine Heuschrecke lugte über den Rand eines Blattes und schaute direkt in meine Kamera – als würde sie sich mindestens genauso sehr fragen, was ich dort eigentlich mache, wie ich mich über sie freute.

Aus dieser Perspektive, mit dem kleinen Kopf über dem Blattrand, wirkte sie plötzlich weniger wie ein winziges Insekt und mehr wie eine neugierige kleine Persönlichkeit, die mich heimlich beobachtete.

Ich bin mir bis heute nicht sicher, wer hier eigentlich wen beobachtet hat.

Makroaufnahme eines grünen Samenstands im hellen Gegenlicht. Feine gebogene Pflanzenfasern und kleine Wassertropfen leuchten golden in der Sonne vor einem sehr hellen, weich verschwommenen Hintergrund.

Das Licht einfangen

Auf den ersten Blick gab es hier nicht viel zu sehen. Nur einen kleinen, unscheinbaren Samenstand.

Dann fiel das Sonnenlicht darauf.

Plötzlich schien jede einzelne feine Linie zu leuchten. Kleine Wassertropfen fingen das Licht zwischen den filigranen Strukturen ein und für einen Moment sah diese gewöhnliche Pflanze aus, als wäre sie aus Glas.

Ich mag es, wenn Licht etwas völlig Alltägliches verwandelt. Ich musste eigentlich nur im richtigen Moment dort sein, um es zu sehen.